Ein zufrieden lächelnder Handwerker in Arbeitskleidung sitzt auf der Holzkonstruktion eines unfertigen Daches unter strahlend blauem Himmel.

Mehr Azubis, mehr Zukunft: Dachdeckerhandwerk wächst weiter

Das Dachdeckerhandwerk startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Die aktuellen Ausbildungszahlen zeigen deutlich, wie gefragt der Beruf ist. Vor allem junge Menschen erkennen zunehmend die Chancen eines Handwerks, das Tradition, Technik und Klimaschutz verbindet.

Deutliches Plus bei den Ausbildungszahlen

Im ersten Ausbildungsjahr verzeichnet das Dachdeckerhandwerk ein Wachstum von 10,8 Prozent. Über alle drei Lehrjahre hinweg liegt der Zuwachs bei 4,1 Prozent. Insgesamt befinden sich aktuell 8.939 angehende Dachdeckerinnen und Dachdecker in der Ausbildung. Besonders positiv fällt der steigende Anteil von Frauen auf. 407 junge Frauen haben sich für den Beruf entschieden. Das sind 17 mehr als im Vorjahr. Nach Angaben des Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks ist das ein klares Signal für die Attraktivität der Branche und ihre Zukunftsfähigkeit.

Vielseitiger Beruf mit echtem Mehrwert

Das moderne Dachdeckerhandwerk hat mit alten Klischees wenig zu tun. Auszubildende arbeiten heute an energetischen Sanierungen, montieren Photovoltaikanlagen, modernisieren Dachflächen und schaffen neuen Wohnraum durch den Ausbau von Dachgeschossen. Auch der Einbau moderner Dachfenster gehört zum Alltag.

Rolf Fuhrmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des ZVDH, betont, dass der Beruf nicht nur handwerkliches Können vermittelt, sondern auch technisches Know-how und nachhaltiges Denken. Wer heute Dachdecker wird, gestaltet aktiv die Bauwende mit.

Nachwuchsarbeit zahlt sich aus

Ein wesentlicher Treiber für die positive Entwicklung sind gezielte Nachwuchskampagnen. Der ZVDH ist auf Ausbildungsmessen präsent, besucht Schulen und Kitas und beteiligt sich regelmäßig am Girls’ Day. Hinzu kommen Social-Media-Aktivitäten und eine stärkere Sichtbarkeit in den Medien.

Auch finanziell wird die Ausbildung immer attraktiver. Ab Oktober 2026 liegt die Vergütung im dritten Lehrjahr bei 1.460 Euro. Damit zählt das Dachdeckerhandwerk zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen im Handwerk.

Klimaanpassung und Energietechnik fest in der Ausbildung verankert

Das Dach spielt eine Schlüsselrolle bei der Energiewende. Genau hier setzt die Ausbildung an. Seit 2024 gibt es eine freiwillige Zusatzwoche in der überbetrieblichen Ausbildung, die sich intensiv mit Planung und Installation von Photovoltaikanlagen beschäftigt.

Jan Voges, Vizepräsident des ZVDH und zuständig für Berufsbildung, sieht darin einen wichtigen Schritt. Viele junge Menschen wollen einen sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Dachdeckerhandwerk bietet dafür konkrete Aufgaben und langfristige Perspektiven.

Dachdecker als anerkannter Klimaberuf

Besondere Anerkennung erhielt das Gewerk auch von wissenschaftlicher Seite. Im Abschlussbericht „Kompetenzen für Klimaanpassung – Die Rolle der beruflichen Bildung“ des Bundesinstituts für Berufsbildung wird das Dachdeckerhandwerk als einer von nur drei Ausbildungsberufen genannt, die einen wesentlichen Beitrag zur Klimaanpassung leisten.

Für den ZVDH ist das ein starkes Zeichen. Es zeigt, dass Dachdeckerinnen und Dachdecker systemrelevant sind, wenn es um nachhaltiges Bauen und den Umgang mit den Folgen des Klimawandels geht.

Digitalisierung und moderne Technik auf dem Vormarsch

Neben klassischem Handwerk kommen zunehmend digitale Werkzeuge zum Einsatz. Drohnen zur Dachinspektion, digitales Baustellenmanagement und erste Anwendungen von Künstlicher Intelligenz gehören in vielen Betrieben bereits zum Alltag. Diese Mischung aus Praxis und Technologie macht den Beruf besonders spannend für den Nachwuchs.

Dachdeckerhandwerk im Aufwind

Das Dachdeckerhandwerk entwickelt sich dynamisch weiter. Steigende Ausbildungszahlen, gute Verdienstmöglichkeiten und ein klarer Beitrag zu Klimaschutz und Energiewende machen den Beruf so attraktiv wie selten zuvor. Wer einen zukunftssicheren Handwerksberuf mit Sinn sucht, findet auf dem Dach beste Aussichten.

Quelle: dachdecker.org