Nachhaltige Beschichtungen: Warum umweltfreundliche Lacke immer wichtiger werden
Nachhaltigkeit ist längst kein Trend mehr, sondern ein zentrales Thema im Bau- und Ausbauhandwerk. Gerade für Malerbetriebe spielen umweltfreundliche Beschichtungen eine immer größere Rolle. Das weiß auch Rainer Troppmair, Entwicklungsleiter für Fenster- und Bautenlacke bei Adler. Kunden achten stärker auf Gesundheit, Raumluft und ökologische Verantwortung. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität und Langlebigkeit. Moderne Lacksysteme zeigen, dass sich diese Aspekte heute sehr gut verbinden lassen.
Wasserbasierte Lacke statt lösemittelreicher Systeme
Ein entscheidender Hebel für nachhaltige Beschichtungen ist laut Troppmair der Verzicht auf klassische Lösemittel. Herkömmliche Lacke bestehen oft zu einem großen Teil aus erdölbasierten Lösemitteln, die beim Trocknen in die Luft entweichen. Diese sogenannten VOC-Emissionen belasten Umwelt, Klima und Raumluft.
Zeitgemäße Alternativen sind wasserbasierte Lacke. Sie kommen mit extrem niedrigen VOC-Werten aus, teilweise sogar ganz ohne Lösemittel. Für Maler bedeutet das nicht nur ein besseres Arbeitsumfeld, sondern auch mehr Sicherheit bei sensiblen Einsatzbereichen wie Wohnräumen, Kindergärten oder öffentlichen Gebäuden.
Biobasierte Rohstoffe als nächster Schritt
Neben Wasser als Lösemittel gewinnen auch biobasierte Inhaltsstoffe zunehmend an Bedeutung. Vor allem beim Bindemittel, einem Hauptbestandteil jeder Beschichtung, gibt es große Fortschritte. Statt Erdöl kommen Rohstoffe aus nachwachsender Biomasse zum Einsatz, zum Beispiel aus landwirtschaftlichen Reststoffen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Fossile Ressourcen werden geschont, der ökologische Fußabdruck sinkt deutlich. Gleichzeitig bleibt die gewohnte Oberflächenqualität erhalten. Deckkraft, Haltbarkeit und Verarbeitung unterscheiden sich nicht von klassischen Produkten. Für Maler heißt das: nachhaltiger arbeiten, ohne Abstriche bei der Ausführung.
Gesundheit und Umwelt im Blick
Moderne nachhaltige Farben und Lacke setzen konsequent auf unbedenkliche Rezepturen. Problematische Inhaltsstoffe wie Umweltgifte, potenziell krebserregende Substanzen oder allergene Weichmacher haben darin keinen Platz. Gerade bei Innenfarben ist das ein starkes Argument gegenüber Kunden, die Wert auf wohngesunde Räume legen.
Immer häufiger werden Produkte nach dem Prinzip entwickelt, nur das Nötigste einzusetzen und alles Überflüssige wegzulassen. Das verbessert nicht nur die Umweltbilanz, sondern auch das Vertrauen der Auftraggeber.
Holzschutz im Außenbereich: differenziert betrachtet
Ein sensibles Thema ist bleibt der Holzschutz im Außenbereich. Biozide Wirkstoffe stehen oft in der Kritik, können aber auch einen nachhaltigen Effekt haben. Sie schützen Holz zuverlässig vor Pilzen, Algen und Schädlingen und verlängern damit die Lebensdauer von Fenstern, Fassaden oder Zäunen erheblich.
Eine längere Nutzungsdauer bedeutet weniger Reparaturen, weniger Materialverbrauch und weniger Abfall. Entscheidend ist die richtige Dosierung und Anwendung. Moderne Systeme setzen auf sehr geringe Wirkstoffmengen, die sicher im Beschichtungsaufbau eingebunden sind. So wird das Holz geschützt, ohne Umwelt oder Gesundheit unnötig zu belasten.
Nachhaltigkeit endet nicht beim Produkt
Für Malerbetriebe wird immer klarer: Nachhaltigkeit ist mehr als ein einzelner Eimer Farbe. Es geht um den gesamten Lebenszyklus. Wie langlebig ist die Beschichtung? Wie gut lässt sie sich ausbessern? Und was passiert mit dem Bauteil am Ende seiner Nutzung?
Hier rückt das Konzept der Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt. Beschichtungen sollen so entwickelt sein, dass Holz, Möbel oder Bauteile später recycelt und weiterverwendet werden können. Auch Verpackungen aus Recyclingmaterial und energieeffiziente Produktion spielen eine wichtige Rolle.
Holz als nachhaltiger Werkstoff mit Zukunft
Im Zusammenspiel mit umweltfreundlichen Beschichtungen entfaltet Holz seine Stärken besonders deutlich. Als nachwachsender Rohstoff speichert es CO₂, lässt sich vielseitig einsetzen und mehrfach wiederverwerten. Von Möbeln über Fenster bis hin zu Fassaden erlebt Holz derzeit einen regelrechten Aufschwung. Für Maler eröffnet das neue Chancen. Wer nachhaltige Holzbeschichtungen fachgerecht verarbeitet und Kunden kompetent berät, positioniert sich als moderner Handwerksbetrieb mit Zukunft.
Nachhaltige Beschichtungen verbinden Umweltbewusstsein, Gesundheitsschutz und hohe Qualität. Wasserbasierte, biobasierte Lacksysteme zeigen, wohin die Reise geht. Für Malerbetriebe sind sie nicht nur ein ökologischer Gewinn, sondern auch ein starkes Argument im Wettbewerb um anspruchsvolle Kunden.
Quelle: malerblatt.de
