Dachdecker aufgepasst: Diese Fehler bei der Solarbefestigung kosten richtig Geld

Mit dem Boom der Solarenergie geraten Dächer zunehmend unter Druck – buchstäblich. Denn immer häufiger berichten Fachleute von Schäden, die durch falsch montierte Photovoltaikanlagen entstehen. Besonders auf Steildächern kann es schnell teuer werden. Wir zeigen, welche Fehler vermieden werden müssen, wo die größten Risiken lauern – und welche Lösungen wirklich sicher sind.

Dachhaken als Schwachstelle
Ein häufiger Fehler bei der Montage von Solaranlagen: die Verwendung einfacher Dachhaken, die den statischen und wetterbedingten Belastungen nicht standhalten. Diese Haken liegen oft direkt auf Dachziegeln oder Biberschwanzziegeln auf und beschädigen sie durch Druck oder Verformung. Besonders kritisch wird es, wenn sich Sparrenanker unter Belastung durchbiegen und punktuell auf die Dachdeckung einwirken.

Ein weiteres Problem: Feine Risse, die beim Einbau entstehen, bleiben oft unbemerkt – bis nach Fertigstellung und Rückbau des Gerüsts plötzlich Wasser unter das Dach eindringt. Dann ist nicht nur das Dach beschädigt, sondern auch der Finanzierungsplan des Bauherrn in Gefahr.

Regensicherheit häufig unterschätzt
Die Dachdeckung selbst ist meist nicht wasserdicht, sondern nur regensicher – ein feiner, aber wichtiger Unterschied. Bei der Montage wird oft mit Hammer oder Flex gearbeitet, um Dachsteine oder -ziegel für die Befestigung von Sparrenankern anzupassen. Doch diese Eingriffe zerstören Verfalzungen und Regensperren – und damit die Schutzfunktion des Daches.

Das Problem: „Die Bearbeitung der Dachpfannen verringert zwangsläufig die Regensicherheit der Deckung“, warnt das Fachregelwerk des ZVDH. Eine fachgerechte Ausgleichsmaßnahme wie eine Unterdeckung ist dann zwingend notwendig – wird jedoch häufig vergessen oder bewusst eingespart.

Lasteintrag über die falschen Bauteile
Auch bei der statischen Lastaufnahme kommt es immer wieder zu Planungsfehlern. Wenn Dachanker direkt an der Dachlattung befestigt werden, wird die Belastung über die Dachziegel und Latten in die Dachsparren geleitet – Bauteile, die dafür oft gar nicht ausgelegt sind. Besonders alte oder genagelte Latten können den Wind- und Schneelasten nicht dauerhaft standhalten.

Die Folge: Bruchschäden an den Dachpfannen oder eine schleichende Schwächung der gesamten Dachkonstruktion. Zudem können Hersteller-Garantien verfallen, wenn Pfannen bearbeitet oder unzulässig belastet wurden.

Besser: geprüfte Systemlösungen und Indach-Anlagen
Als Alternative empfehlen sich moderne Systemlösungen wie die sogenannte Modulstütze. Diese wird regensicher in die Deckung integriert, ohne dass Dachsteine beschädigt werden müssen. Windsog- und Schubkräfte werden über Zusatzlatten zuverlässig in die Dachkonstruktion eingeleitet. Das System ist TÜV-geprüft und passt sich optisch an die Dachfläche an.

Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf Indach-Anlagen. Diese ersetzen einen Teil der Dachdeckung vollständig und leiten alle Kräfte direkt in die Unterkonstruktion ein – ohne Durchdringung der Dachhaut. Vorteil: kein Risiko für Feuchtigkeitseintrag, eine harmonische Optik und ein dauerhaft stabiler Aufbau.

Fazit: Wer billig montiert, zahlt doppelt
Die sichere Montage von PV-Anlagen ist mehr als nur Technik – sie ist ein Zusammenspiel aus Statik, Witterungsschutz und handwerklicher Präzision.

Dachdeckerinnen und Dachdecker sollten daher auf geprüfte Systeme setzen, ihre Kunden umfassend beraten und auf die Risiken unsachgemäßer Montagen hinweisen. Denn: Schäden am Dach können nicht nur teuer werden, sondern auch die Energieeffizienz und Lebensdauer der Anlage gefährden.

Quelle: ddh.de